Kinderschutzbund feiert Jubiläum

Sigmaringen -  Festakt zum 20-jährigen Bestehen des Kreisverbandes Sigmaringen im Landratsamt. Diplom-Psychologin Susanne Witte hält Vortrag zum Thema „Prävention von sexuellem Missbrauch„

 

Zahlreiche Gäste kamen zum 20-jährigen Jubiläum

des Deutschen Kinderschutzbundes, Kreisverband Sigmaringen, in den Sitzungssaal des Sigmaringer Landratsamtes. In der ersten Reihe von links: Diplom-Psychologin Susanne Witte, Gabi Betz, Landesverband Deutscher Kinderschutzbund, Gerlinde Kretschmann und Kreisvorsitzende Eva-Maria Nestelhut.  Bild: Loescher



Mit einem Festakt feierte der Deutsche Kinderschutzbund, Kreisverband Sigmaringen am Donnerstag im Sigmaringer Landratsamt sein 20-jähriges Bestehen. Im Mittelpunkt stand vor zahlreichen Gästen ein Festvortrag von Diplom-Psychologin Susanne Witte zum Thema „Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch„. Das Thema „Prävention„ sei ein wichtiger Teil der Arbeit vor Ort beim Kreisverband, sagte die Kreisvorsitzende Eva-Maria Nestelhut in ihrer Begrüßung und wünschte sich, dass sich noch mehr Menschen finden, „die unsere ehrenamtliche Arbeit beim Kreisverband unterstützen„.

Seit 20 Jahren setzt sich der Kreisverband des Deutschen Kinderschutzbundes mit seiner unterschiedlichen Beratung für die Belange im Landkreis ein und stellt eine wichtige Ergänzung zur Kinder- und Jugendagentur im Landratsamt dar, sagte Sozialdezernent Frank Veser. Für den Bereich Kinder und Jugendliche gibt der Landkreis im Jahr rund zwölf Millionen Euro aus. Dazu kommen vier Millionen Euro für Personal- und Sachkosten. „Und der Etat steigt deutlich„, so Veser. Für ihn auch ein deutlicher Beweis, dass die Welt im Landkreis „kein bisschen heiler ist als woanders„. So sei auch der Zuschuss des Landkreises an den Kinderschutzbund auf 30 000 Euro erhöht worden. Den ehrenamtlichen Mitarbeitern des Kinderschutzbundes wünschte er auch in Zukunft eine glückliche Hand bei ihrer schwierigen Arbeit.



Mit dem 20-jährigen Bestehen sei der Kreisverband des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) aus den Kinderschuhen herausgewachsen und zu einer festen Institution im Landkreis geworden, stellte Gerlinde Kretschmann in ihrem Grußwort fest und überbrachte auch die Glückwünsche ihres Mannes, dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten. Das Land Baden-Württemberg habe das Jahr 2014 zum Jahr der Kinder- und Jugendrechte ernannt. Der Deutsche Kinderschutzbund sei eine wichtige Anlaufstelle und ein ständiger Mahner. Insofern sei die Arbeit des Kreisverbandes von unschätzbarem Wert. Ihr Dank galt allen ehrenamtlichen Mitarbeitern für ihr besonderes Engagement an Kindern.

Sexueller Kindesmissbrauch löse ganz viele Fragen aus. Warum Menschen das tun? Wie kann man Kinder schützen? Diese Fragen stellte Diplom-Psychologin Susanne Witte an den Beginn ihres Festvortrages und zeigte anhand einer Statistik, dass der sexuelle Missbrauch an weiblichen Opfern deutlich höher liegt als an männlichen Opfern. Weiter zeigte sie Ansatzpunkte auf zur Prävention von sexuellem Missbrauch, wobei sie nach Zielgruppen unterschied: Primäre Prävention (Verhinderung des Auftretens sexuellen Missbrauchs), sekundäre Prävention (schnellstmögliche Entdeckung und Beendigung des sexuellen Missbrauchs) sowie Tertiärprävention (Minderung negativer Folgen für das Opfer). Weiter fuhr sie fort, dass inzwischen auch Online-Kurse zur Prävention angeboten werden – mit großem Erfolg. Witte: „Momentan haben sich über 3000 Teilnehmer registrieren lassen, 1936 Teilnehmer haben die Kurse erfolgreich abgeschossen und 96 Prozent der Abschluss-Teilnehmer sind zufrieden, 82 Prozent empfinden das Kursniveau für sich persönlich angemessen„. Ihr Fazit: Es gibt viele Ansätze, in denen es um Prävention von sexuellem Missbrauch geht. Wichtig sei, dass alle Teile zusammen ein gutes Netz ergeben. „Auch der Kreisverband des Kinderschutzbundes ist ein Teil dieses Netzes„, so die Diplom-Psychologin am Ende ihres Vortrages.

Mit einem Schlusswort von Gabi Betz, Deutscher Kinderschutzbund, Landesverband Baden-Württemberg, wurde die Feierstunde zum 20-jährigen Jubiläum beendet. Der Kreisverband habe in den vergangenen 20 Jahren viel bewegt und sich für die Rechte und Bedürfnisse der Kinder vor Ort eingesetzt. (Südkurier 28.11.2014)

 

 

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